Analyse
AMD hat im ersten Quartal 2026 in allen Bereichen überzeugt: Der Umsatz lag bei 10,3 Milliarden US-Dollar (+38 % gegenüber dem Vorjahr), die bereinigte Bruttomarge bei 55 % (+170 Basispunkte) und der bereinigte Gewinn je Aktie bei 1,37 US-Dollar (+43 %). Haupttreiber war das Rechenzentrumssegment, dessen Auslieferungen von MI300X-GPUs aufgrund der Diversifizierung der KI-Chip-Lieferkette weg von NVIDIA deutlich zunahmen. Auch die Segmente Client und Gaming verzeichneten wieder Wachstum. Prognose für das zweite Quartal 2026: Umsatz von 10,7 Milliarden US-Dollar ± 300 Millionen US-Dollar, bereinigte Bruttomarge von rund 55 %.
Die optimistischen Argumente sprechen für sich: NVIDIA kann nicht genügend GPUs liefern, um die Nachfrage nach KI-Infrastruktur zu decken, und AMD ist die einzige glaubwürdige Alternative in großem Umfang. Microsoft, Meta und Oracle setzen bereits MI300X-Chips ein. Die pessimistischen Argumente sind ebenso eindeutig: Die Abhängigkeit von CUDA vom Software-Ökosystem führt dazu, dass AMD hauptsächlich bei der Inferenz, nicht aber beim Training, die Nase vorn hat, und NVIDIAs Blackwell-Architektur vergrößert den Leistungsvorsprung. AMD wird mit dem 35- bis 40-Fachen des erwarteten Gewinns gehandelt und ist damit im Vergleich zu traditionellen Halbleiterunternehmen teuer, im Vergleich zu NVIDIA jedoch günstig. Wichtige Unterstützung: 95–105 US-Dollar (Untergrenze nach Bekanntgabe der Quartalszahlen). Wichtiger Widerstand: 130–145 US-Dollar (Allzeithoch). Für Trader in Brasilien, Thailand und Saudi-Arabien, die den KI-Chip-Markt beobachten, ist AMD nach NVIDIA die am besten zugängliche Aktie.